
Katrin Sedlmayer
Ein starkes Ja zur Initiative «Für eine sichere Ernährung»
Sauberes Wasser, Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität und dadurch gesunde Nahrung nebst reiner Luft sind unsere Lebensgrundlagen. All das ist aber mit der heutigen Politik, die nur Wirtschaftswachstum und den Profit im Auge hat, aufs Höchste gefährdet.
Eigentlich ist es beschämend, dass wir via Initiative für unsere Lebensgrundlagen kämpfen müssen. Denn die Forderungen der Initiative sollten eigentlich selbstverständlich und längst Realität sein.
Die Ziele der Initiative unterstützen aber nicht nur eine nachhaltigere landwirtschaftliche Produktion, sondern hätten auch positive Auswirkungen auf unsere Wälder. Diese sind in ihrem Gesamtzustand geschwächt wie der Waldbericht 2025 des Bundes aufzeigt. Jeder achte Baum ist krank. Gründe sind unter anderem die Häufung von Trockenjahren, die physikalische Belastung der Böden durch die Waldbewirtschaftung mit schweren Forstmaschinen und die Bodenversauerung aufgrund übermässiger Stickstoffeinträge.
Denn nicht nur die Ackerböden sind überdüngt, sondern eben auch unsere Waldböden. Gut zu sehen ist das am üppigen Wuchs der Brombeeren und der Brennnesseln. Waren letztere in meiner Jugend nur kniehoch, wachsen sie jetzt «dank Dünger» mannshoch. Der überdüngte Waldboden führt zu einer Mangelernährung der Bäume, schwächt ihr Wachstum, die Tiefe der Durchwurzelung des Bodens durch die Bäume wird geringer und dadurch kommt es zu einer grösseren Anfälligkeit für Windwurf. Zudem kommt 40% unseres Trinkwassers aus den Wäldern. Und mehr als 40% der in der Schweiz vorkommenden Tiere und Pflanzen sind auf den Wald als Lebensraum angewiesen. Deshalb ist es so zentral, viel mehr Sorge zu unseren Wäldern zu tragen, als es jetzt der Fall ist. Es wird massiv geholzt vor allem in den Wäldern des Mittellandes und des Juras. Es wird mehr Holz geschlagen in diesen Regionen als nachwächst mit fatalen Folgen für uns alle.
Die momentane Hitzewelle zeigt wie verletzlich die Natur, aber auch wir Menschen sind. Auf gesunde, kühlende Wälder sind wir mehr denn je angewiesen. Deshalb ein starkes JA für diese Initiative im September. Denn es geht um uns alle und um nichts weniger als die Sicherung unserer Lebensgrundlagen.
